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«Von weiblichen Vorbildern hören und lesen inspiriert mich ungemein»

Wie sieht die Medienpräsenz von Frauen in der Corona-Pandemie aus? Dieser Frage geht Michelle Isler in ihrem Wettbewerbsbeitrag für den «Prix Média Newcomer» nach.

Juni 2020

Text: Astrid Tomczak-Plewka, Bild: © Neva Isler

 

Michelle Isler, wie sind Sie auf den PM Newcomer aufmerksam geworden?

Ein Arbeitskollege ist auf Social Media darauf gestossen und hat mir davon erzählt. Er wusste, dass ich meine journalistischen Erfahrungen ausbauen möchte, und mich hat es ermutigt, dass er bei dieser Ausschreibung gleich an mich gedacht hat.

 

Wie sind Sie auf Ihr Thema gekommen?

Im Frühling habe ich einen Kurs zum Thema «Gender und Medien» besucht. Dabei ging es unter anderem um die mediale Repräsentation von Frauen und entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse von globalen Monitoring-Projekten. Es hat sich mir dann schnell die Frage gestellt, wie es eigentlich in der Schweiz mit der Sichtbarkeit von Frauen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aussieht. Dieser Frage wollte ich nachgehen.

 

Wie unterscheidet sich der Wissenschaftsjournalismus von anderen Formen des Journalismus?

Ich denke, entsprechende Fachkenntnisse und die Fähigkeit, wissenschaftliche Themen so aufzubereiten, dass sie auch Personen ohne fachliches Vorwissen abholen, gehören zu den Kernkompetenzen im Wissenschaftsjournalismus. Dabei ist die Vielfalt der Themen, die Wissenschaftsjournalist/-innen abdecken, sicher eine der grössten Herausforderungen.

 

Was können die «alten Hasen» von Ihnen lernen?

Journalistinnen und Journalisten formen durch ihre Entscheidungen die gesellschaftliche Wahrnehmung eines Themas oder einer Problematik mit, so auch bei Geschlechterbildern und Rollenvorstellungen. Ich würde mich freuen, wenn mein Projekt die Relevanz einer gleichberechtigten Geschlechterrepräsentation in Erinnerung ruft. Im Grundsatz scheint mir die Sensibilität zwar schon vorhanden zu sein, aber an der Umsetzung mangelt es nach wie vor. Wenn es für Medienschaffende künftig immer selbstverständlicher wird, auch in hektischen Krisenzeiten die eigene Praxis bei der Wahl von Auskunftspersonen zu hinterfragen, wäre ein wichtiger Schritt schon getan.

 

Was lernen Sie von den «alten Hasen»?

Journalistisches Handwerk: Aus komplizierten und vielschichtigen Themen Geschichten zu machen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, aber auch genau hinzuschauen, zu hinterfragen, Perspektiven zu wählen. Ausserdem lerne ich viel von Journalistinnen und ihren Erfahrungen – von weiblichen Vorbildern lesen und hören inspiriert mich ungemein.

 

Was würden Sie mit dem Preisgeld machen, sollten Sie gewinnen?

Ich würde es in meine journalistische Ausbildung investieren.

 

Biographie

Michelle Isler (Jg. 1992) ist im Thurgau aufgewachsen und lebt seit 8 Jahren in Basel. Sie hat in Basel Religionswissenschaft und Hispanistik studiert und mit dem Master abgeschlossen. Ein Praktikum in der Kommunikationsabteilung der Uni Basel führte zu ersten journalistischen Erfahrungen und dem Wunsch, das Schreiben weiter zu verfolgen.  Seit Juli 2020 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Informationsstelle «INFOREL».
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Astrid Tomczak-Plewka

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